Skincare: zwischen Hype und Realität
- Elisabeth Kohrs
- vor 2 Stunden
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Warum virale Beauty-Trends selten die besten Ergebnisse liefern – und welche Wirkstoffe tatsächlich wissenschaftlich überzeugen, weiß Elisabeth Kohrs.

Social Media ist voll von Skincare-Hypes, die schnell, einfach und scheinbar revolutionär wirken. Beef Tallow (Rindertalg) als Gesichtscreme, Mouth Taping für straffere Gesichtskonturen, Eiswasser-Bäder fürs Gesicht oder Rosmarinwasser als Wundermittel für Haut und Haare: Kaum ein Tag vergeht, ohne dass auf Instagram oder TikTok ein neuer Beauty-Trend viral geht. Millionen Nutzerinnen und Nutzer testen Produkte und Methoden, die spektakuläre Ergebnisse versprechen – oft ohne wissenschaftliche Grundlage oder dermatologische Prüfung. Glass Skin über Nacht oder DIY-Rezepte aus der Küche wirken verlockend einfach. Doch was online für Millionen Klicks sorgt, ist nicht automatisch gut für die Haut.
In der Women Lounge ist die Haltung klar: Gesunde, schöne Haut entsteht nicht durch Hypes, sondern durch Wissen, Erfahrung und konsequente Anwendung wirksamer Methoden. Oder wie Inhaberin Elisabeth Kohrs es auf den Punkt bringt: „Hautpflege darf Spaß machen, sie sollte aber vor allem sinnvoll sein.“ Denn bei aller Vielfalt an Produkten und Routinen bleibt die Frage: Was funktioniert wirklich? Die Beauty-Expertin erklärt, welche Wirkstoffe und Maßnahmen nachweislich die Hautgesundheit fördern und warum einfache, vor allem konsequente Pflegekonzepte die besten Ergebnisse liefern.
Warum Skincare-Hypes so gut funktionieren
Social Media lebt von Neuheit, Einfachheit und schnellen Effekten. Ein Produkt, das angeblich „alles kann“, lässt sich besser teilen als ein Hinweis auf eine tägliche, unspektakuläre Routine. Aktuell treiben vor allem TikTok und Instagram einen extremen Skincare-Hype voran, besonders bei sehr jungen Nutzerinnen und Nutzern. Zehn-Schritte-Routinen, Skin Cycling, LED-Masken oder DIY-Trends wie Rice Water werden millionenfach geklickt und nachgeahmt. Das Problem: Diese Routinen werden häufig ungefiltert übernommen, auch von Erwachsenen, deren Haut völlig andere Bedürfnisse hat.
Viele Trends greifen reale Wirkstoffe oder Methoden auf, reißen sie jedoch aus dem Kontext. „Skin Cycling etwa, also der Wechsel aktiver Wirkstoffe an verschiedenen Abenden, kann bei richtiger Anleitung sinnvoll sein. Ohne Hautanalyse und Fachwissen führt es jedoch oft zu Fehlanwendungen“, sagt Elisabeth Kohrs. Ähnlich verhält es sich mit LED-Masken: Während professionell eingesetzte Lichttherapie in der Kabine durchaus evidenzbasiert ist, sind viele Home-Gadgets schwach dosiert oder wissenschaftlich kaum untersucht.
Trendbewusst sind Elisabeth Kohrs und ihre Mitarbeiterinnen natürlich auch, aber nicht trendgetrieben. Ein Hype, der als „Salmon Sperm Facial“ kursiert, steht auch auf dem Menü der Women Lounge als Behandlung mit Polynukleotiden. „Das ist ein innovativer Wirkstoffansatz, der in sozialen Medien viel Aufmerksamkeit erhält, dessen Einsatz aber auf medizinischer Forschung und professioneller Anwendung basiert. Polynukleotide wurden zunächst aus Lachssperma gewonnen, da es der menschlichen DNA sehr ähnlich ist. Inzwischen handelt es sich um hochreine, medizinisch aufbereitete Substanzen, die keinerlei hormonelle oder genetische Wirkung entfalten und als biologische Aktivatoren per Microneedling kontrolliert in die mittleren Hautschichten gebracht werden und die Reparaturfähigkeit anregen.“ (siehe Blogbeitrag vom 08.02.26)
Die unterschätzten Risiken gehypter Beauty-Hacks
Ein zentrales Problem ist die Überpflege. Zu viele Produkte, zu häufige Wirkstoffwechsel oder das gleichzeitige Layering aktiver Inhaltsstoffe können die Hautbarriere nachhaltig schädigen. Rötungen, Brennen, Unreinheiten oder eine dauerhaft empfindliche Haut sind häufige Folgen. Hinzu kommen falsche Erwartungen: Social-Media-Filter und bearbeitete Bilder vermitteln ein Hautbild, das real nicht erreichbar ist – egal mit welcher Creme.
„Manchmal kommen Kundinnen zu uns mit dem Gefühl, etwas falsch zu machen, weil ihre Haut nicht aussieht wie auf Instagram“, sagt die Expertin. Dabei ist Haut immer individuell – genetisch, hormonell, altersbedingt. Was online als universelle Lösung verkauft wird, ist in der Praxis oft nicht mehr als ein kurzfristiger Effekt oder reines Marketing.
Die Basis, die wirklich zählt
Trotz aller Innovationen ist die wissenschaftliche Datenlage erstaunlich klar. Zwei Wirkstoffe sind nach wie vor am besten untersucht und belegt: Sonnenschutz und Retinoide. Ein konsequent angewendeter Breitband-Lichtschutzfaktor 50 zwischen März und Oktober schützt nicht nur vor Hautkrebs, sondern auch effektiv vor vorzeitiger Hautalterung. Retinoide, also Vitamin-A-Derivate, fördern die Zellerneuerung, verbessern die Hautstruktur und wirken nachweislich gegen Falten, Pigmentstörungen und Unreinheiten. Entscheidend ist jedoch die richtige Dosierung und Anwendung. Zu hoch dosiert oder falsch kombiniert führen sie schnell zu Irritationen, individuell abgestimmte Konzepte sind daher wichtig.
Nahrungsergänzung mit Kollagen: sinnvoll oder nur Marketing?
Ein besonders präsenter Hype dreht sich aktuell um Kollagenpräparate. Lange galt: wirkt nicht. Inzwischen ist die Studienlage differenzierter. Mehrere klinische Untersuchungen zeigen, dass Kollagenpeptide bei regelmäßiger Einnahme Hautelastizität, Feuchtigkeit und Faltentiefe positiv beeinflussen können.
„Bei täglicher Einnahme eines Kollagen Drinks in einer wirksamen Dosis können die HAS2-Rezeptoren in der Dermis angeregt werden und zu einer pralleren und frischeren Haut führen“, erklärt Elisabeth Kohrs. Entscheidend sind Qualität, Dosierung und Geduld. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für Pflege oder Behandlungen, können aber – insbesondere mit zunehmendem Alter – sinnvoll unterstützen. Die Women Lounge setzt dabei auf geprüfte Produkte wie die Kollagen-Drinks von Proceanis, die sich an medizinischer Forschung orientieren. Auch hier gilt: kein Wundermittel, sondern ein Baustein im Gesamtkonzept.
Trendwirkstoffe mit Potenzial
Neben den Klassikern rücken immer wieder diese Inhaltsstoffe in den Fokus: Niacinamid kann die Hautbarriere stärken, Rötungen mildern und das Hautbild verfeinern. Vitamin C wirkt antioxidativ, unterstützt die Kollagensynthese und sorgt für mehr Strahlkraft. Beide Stoffe sind gut untersucht – ihre Wirkung entfalten sie jedoch nur bei regelmäßiger, langfristiger Anwendung und in sinnvoller Konzentration.
Brauchen wir wirklich 10-Step-Routinen?
Mehr ist nicht automatisch besser. Im Gegenteil: Zu viele Produkte erhöhen das Risiko von Irritationen und bringen die Haut aus dem Gleichgewicht. „Wir brauchen keine zehnschrittigen Routinen, sondern wenige, evidenzbasierte Produkte, die konsequent angewendet werden“, so Elisabeth Kohrs. Klar strukturierte Pflegekonzepte, abgestimmt auf Hautzustand, Alter und Lebensstil, führen langfristig zu den besten Ergebnissen.
Weniger Hype, mehr Hautverstand
Skincare darf inspirieren, neugierig machen und sich weiterentwickeln. Doch nachhaltige Hautgesundheit entsteht nicht durch Trends, sondern durch fundierte Entscheidungen. Wer versteht, was die Haut wirklich braucht – Schutz, Regeneration und Kontinuität – spart Zeit, Geld und Frustration. Oder anders gesagt: Die beste Pflege ist nicht die, die am lautesten beworben wird, sondern die, die wirkt. Und genau hier trennt sich der Hype von der Realität.


