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Zyklus & Haut – wie Hormone das Hautbild verändern

  • Elisabeth Kohrs
  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Die Haut ist ein Spiegel unseres inneren Gleichgewichts – und reagiert besonders sensibel auf hormonelle Veränderungen. Im Laufe des weiblichen Zyklus können Trockenheit, Unreinheiten oder auch verstärkt ölige Haut auftreten. Skincare-Expertin Elisabeth Kohrs weiß, welche Inhaltsstoffe in welcher Phase unterstützen können – und warum die Basisroutine immer individuell bleiben sollte.



Im Verlauf des Monats verändert sich die Haut deutlich: Sie kann trocken, gereizt oder unrein wirken – oder strahlen und besonders ebenmäßig erscheinen. Entscheidend ist das Zusammenspiel der Hormone Östrogen und Progesteron, die den Hautstoffwechsel und die Talgproduktion beeinflussen. Mit einer flexiblen Hautpflege, abgestimmt auf die Zyklusphasen und wenn der Zyklus sich plötzlich mit Unregelmäßigkeiten verändert, lassen sich viele Schwankungen abfedern.

 

Welche Veränderungen erleben viele Frauen während der Menstruation?

In der Menstruationsphase berichten meine Kundinnen oft von trockener, empfindlicher Haut und vermehrten Unreinheiten. Dagegen helfen beruhigende und barrierestärkende Inhaltsstoffe wie Panthenol oder Ceramide. Sie stellen die natürliche Barrierefunktion wieder her, verbessern so die Feuchtigkeitsbindung und erhöhen die Widerstandskraft der Haut. Wer zu Rötungen neigt, kann die Haut zusätzlich mit bosweliahaltigen Produkten beruhigen. Ein Boswellia-Zink-Komplex in der „Emergency Care“ von Reviderm lindert entzündliche Symptome, fördert eine zügige Regeneration, beruhigt und schützt die Haut maximal, ohne sie auszutrocknen.

 

Was empfiehlt sich in der ersten Hälfte des Zyklus?

Durch den steigenden Östrogenspiegel wirkt die Haut meist frischer und elastischer. In dieser so genannten Follikelphase reicht oft eine gut abgestimmte Basisroutine: eine milde Reinigung, Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz. Wichtig ist, dass die Produkte wirklich zum Hauttyp passen. Den Hauttyp und Hautzustand bestimmen wir in der Women Lounge vor jeder Behandlung.

 

Was zeichnet die Haut während des Eisprungs aus?

Viele Frauen erleben in dieser Phase ein besonders ebenmäßiges, strahlendes Hautbild. Dann genügt eine leichte Pflege, ergänzt durch ein dezentes, atmungsaktives Make-up, das den natürlichen Glow betont. Weniger ist dabei oft mehr.

 

Warum wird die Haut oft unruhiger nach dem Eisprung?

In der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung sinkt das Östrogen, der Progesteronspiegel steigt und dadurch entstehen bei vielen Frauen fettigere Haut und hormonell bedingte Unreinheiten. Wenn Progesteron dominiert, produziert die Haut meist mehr Talg und es kann zu Unreinheiten oder hormoneller Akne kommen. Dann sind sanfte chemische Peelings sinnvoll (z.B. mit BHA oder AHA) sowie antibakterielle Wirkstoffe wie Zink oder Salicylsäure, die gezielt gegen

Entzündungen wirken. Von Reviderm gibt es z.B. ein fettfreies Gel mit einem speziellen AHA-Komplex, um Unreinheiten zu entfernen und Verhornungen zu lösen. Es durchfeuchtet die Haut, sorgt für ein geschmeidiges Gefühl und das Hautbild wirkt glatter und verfeinert. Praktisch sind auch fruchtsäuregetränkte Pads, die fahle Haut wieder zum Strahlen bringt (AHA Peeling Pads). 

 

Reicht es, die Pflege an den Zyklus anzupassen?

Eine individuelle Basis-Skincare ist entscheidend und sollte unabhängig vom Zyklus konstant bleiben. Ergänzend können je nach Phase Seren, Peelings oder spezielle Behandlungen integriert oder weggelassen werden. So lässt sich auf typische Hautreaktionen reagieren, ohne die Haut zu überfordern.

 

Wann ist eine angepasste Hautpflege-Routine nicht mehr genug?

Eines vorweg… Leichte Schwankungen lassen sich fast immer mit geeigneter Skincare ausgleichen. Bei ausgeprägter Akne, wiederkehrenden Entzündungen oder anhaltender starker Trockenheit ist es sinnvoll, dermatologischen Rat einzuholen. So können Ursachen gezielt abgeklärt und effektiv behandelt werden.

 

Wenn der Zyklus unregelmäßig wird, empfinden viele Frauen auch, dass sich die Haut plötzlich anders anfühlt und die gewohnte Skincare nicht mehr funktioniert…


…das ist ein sehr typisches Gefühl. In der Perimenopause beginnt der Östrogenspiegel zu schwanken – manchmal schon Jahre vor der letzten Periode. Östrogen ist aber ein echtes Multitalent für die Haut: Es hält sie feucht, elastisch und widerstandsfähig. Wenn dieses Hormon unruhig wird oder fehlt, reagiert die Haut oft mit Trockenheit, Spannungsgefühl, Rötungen oder einem müden, knittrigen Eindruck. In der Perimenopause ist die Haut auch oft launisch: mal trocken, mal unrein, plötzlich empfindlich, dann wieder ganz okay.

 

Welche Inhaltsstoffe sind dann sinnvoll?

Die Basis bilden Stoffe für genügend Feuchtigkeit und zum Schutz der Hautbarriere. Glycerin und Hyaluronsäure binden Wasser, Ceramide und Lipide reparieren die Hautbarriere, Panthenol beruhigt. Viele Frauen machen den Fehler, weiter „leichte“ Cremes zu benutzen, dabei braucht die Haut jetzt oft mehr Substanz.

 

Was bietet mehr Substanz?

Wirkstoffe, die die Struktur der Haut unterstützen und Falten mildern. Da gelten Retinol/Retinoide weiterhin als Goldstandard gegen Falten und für mehr Kollagen. Wichtig: langsam starten, sonst wird die Haut schnell überfordert. Eine sanfte Alternative sind Peptide, falls Retinol nicht gut vertragen wird. Vitamin C sorgt für mehr Glow und unterstützt bei Pigmentflecken.

 

Was hilft gegen Rötungen, Unreinheiten und schützt vor sensibel reagierender Haut?

Niacinamid wirkt ausgleichend und stärkt die Hautbarriere. Und Azelainsäure ist ein echter Allrounder bei Rötungen, Spätakne und Pigmentflecken, sie ist bei vielen ideal in den Wechseljahren. Von Reviderm gibt z.B. tolle Pflegeampullen, die Rötungen und Entzündungen regulieren (Azelaic Regulating Ampoules).

 

Was machen viele Frauen in dieser Phase falsch?

Sie kämpfen gegen ihre Haut, statt mit ihr zu arbeiten. Zu viele Produkte, zu starke Wirkstoffe, zu viele Prouktwechsel. Mein Tipp ist „pflegen Sie Ihre Haut so, als wäre sie sensibler geworden“, selbst, wenn sie es früher nie war. Mehr Schutz, mehr Lipide, weniger Irritationen. Und Sonnenschutz von März bis Oktober, das ist der effektivste Anti-Aging-Schritt.

 
 
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